Rhetorikschule, Rhetorikseminare



"'Sie sind doch eine junge Frau, setzen Sie sich doch auf den Schreibtisch', riet TV-Trainer Ditko.
Die Ministerin spurte."


FOCUS
Rhetorik

"Gut, dass es einen Trainer gibt. Und das ist Ditko."


DIE WELT


"Seine Kunden sind die deutschen Eliten, Politiker, Banker, Wirtschaftsmanager."

DER SPIEGEL


"Der 'Rhetorik-Papst', wie Zeitungen ihn zuweilen nennen."

Frankfurter Rundschau


"Mittlerweile hat er ein Rhetorik-Imperium aufgebaut."

Süddeutsche Zeitung

 

 

Medienberichte
Auswahl und Ausschnitte

 

 

vom 16.05.2009


Wie sich der Informationsterror beherrschen lässt

(...) „Clipcharts, Animationen – da gibt es nur eins: weg damit!“, sagt Peter H. Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschule in Bonn. Bei seinen Schulungen stelle er insbesondere bei unsicheren Rednern und eher technisch ausgebildeten Menschen die Tendenz fest, sich bei Vorträgen hinter einem Sperrfeuer aus Charts und Thesenblättern zu verstecken.

„Eine kurze Begrüßung, ein paar salbungsvolle Schlussworte und dazwischen jede Menge Folien – das ist das Konzept, mit dem viele Mitarbeiter insbesondere großer Unternehmen über die Lande ziehen“, beobachtet Ditko. Doch ohne einen roten Faden und Bezüge auf die Gegebenheiten vor Ort funktioniere die schönste Präsentation nicht.

Besonders schlimm ist aus Sicht von Rhetoriktrainern die Unsitte, nicht nur ausgewählte Charts an die Wand zu werfen, sondern reichlich Text, aufgegliedert in unzählige Unterpunkte. Das liest der Redner dann alles vor. „Was nicht nur unterstellt, dass die Zuhörer nicht lesen können. Es führt in der Regel dazu, dass die Tonspur hinter dem herhinkt, was die Leute gerade lesen“, sagt Ditko. Er rät deshalb zur Selbstdisziplinierung: nur alle zwei bis drei Minuten eine Folie.

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26.02.2009


Strauß, Obama und Humor
Seehofers erste Aschermittwochs-Rede in Passau begeistert den Fachmann

AZ: Herr Ditko, wie fanden Sie Horst Seehofers Passauer Rede?

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01.01.2009


Der Herr der Worte
Peter H. Ditko ist Leiter der Deutschen Rednerschule in Bonn

Bonn (ddp). Wenn Politiker das Wort ergreifen, hört Peter H Ditko besonders genau hin: Der 65-Jährige ist Gründer und Leiter der Deutschen Rednerschule und beschäftigt sich damit, wie die deutschen Volksvertreter ihre Politik präsentieren. «In Sachen Rhetorik ist der Nachholbedarf riesengroß», sagt er. Zu Zeiten des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) habe es dagegen noch zahlreiche gute Redner gegeben.

Die Namen seiner Kunden, die in der Rednerschule sind oder waren, möchte der 65-Jährige nicht verraten. «Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für diese Arbeit», betont er. Dennoch lässt Ditko keinen Zweifel daran, dass Politiker aus allen Ebenen von Landespolitikern über Bundestagsabgeordnete bis hin zu Regierungsmitgliedern seine Hilfe in Anspruch nehmen. «Die Leute wissen, dass sie ohne gute Rhetorik nicht gewählt werden.»

Seit der Gründung seiner Rednerschule in Bonn vor 30 Jahren mussten schon viele Politikergenerationen bei Ditko vorsprechen, mehrere Tausend Politiker wurden von ihm oder seinen Mitarbeitern bereits unterrichtet. Sein eigenes rhetorisches Talent wurde dem gebürtigen Remscheider allerdings nicht in die Wiege gelegt. Als gelernter Volkswirt sollte Ditko eigentlich dem Vater ins familieneigene Steuerbüro folgen.

Über Umwege gelangte er in die Kommunikationswissenschaft und verfolgte seine Idee, die Bonner Bundestagsabgeordneten rhetorisch zu schulen. Von der anfänglichen Skepsis mancher Politiker ließ sich Ditko nicht abhalten und fand in Franz Josef Strauß einen redegewandten Unterstützer seines Vorhabens. Mittlerweile ist Ditkos Schule auch in Berlin und München tätig und beschäftigt seinen Angaben zufolge zehn Mitarbeiter.

In seiner Rednerschule analysiert der Rhetoriktrainer anhand von Redebeispielen die Stärken und Schwächen der Politiker. Die Aussprache spielt dabei ebenso eine Rolle wie das Auftreten oder das Outfit. Der größte Fehler beim Reden sei das «Stoibertum», sagt Ditko. Damit meint er in Anspielung auf den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) kompliziertes Denken, lange Satzstrukturen und viele Verschachtelungen.

Es komme darauf an, ein Sachgebiet verständlich zu erklären und dies noch mit einer Bildhaftigkeit in der Sprache zu kombinieren. Dazu müsse auch die Körpersprache passen. «Ein Politiker darf nicht steif stehen wie zum Beispiel Rudolf Scharping, der mehr tot als lebendig war», sagt Ditko.

Nach Meinung des Experten zeigen vor allem zwei Politiker im Bundestag ihr rhetorisches Talent: Oskar Lafontaine und Gregor Gysi. Den ehemaligen SPD-Vorsitzenden und derzeitigen Parteichef der Linkspartei Lafontaine lobt Ditko als einen «populistischen Redner, der seine Sache sehr geschickt macht». Zu Gysi passe hingegen die Bezeichnung eines «hervorragenden Dialektikers».

Auch wenn die beiden Linkspolitiker für deutsche Verhältnisse zur Spitze der Rhetoriker gehören, gibt es im internationalen Vergleich einiges aufzuholen. Besonders ein Politiker hat es Ditko in letzter Zeit angetan: Barack Obama. Immer wieder kommt der Experte auf den künftigen US-Präsidenten zu sprechen und beginnt zu schwärmen. Obamas Auftritt in Berlin sei «faszinierend» und seine Ausstrahlung «toll» gewesen.

Für alle leidgeplagten Redner findet Ditko zum Schluss aufmunternde Worte: «Es gibt keine geborenen Redner. Jeder muss es lernen.» Bleibt also noch ein wenig Hoffnung auf Besserung.





15.10.2008


"Als ich mit Merkel essen war ..."
Thema Selbstdarstellung

„Wenn man argumentiert, braucht man Fakten und für die Fakten eine Quelle“, sagt Peter H. Ditko, Gründer und Geschäftsführer der Deutschen Rednerschule. Dafür könne man eine Untersuchung, ein Medium oder eben einen Namen angeben. Je bekannter der Name sei, desto wichtiger und akzeptabler dann auch das Argument. „Das zeigt Sachkompetenz“, sagt Ditko.

Der Rhetorikberater kennt jedoch auch den Mechanismus der reinen Selbstdarstellung, für den Namedropping ebenso benutzt wird: Man beziehe sich auf einen anderen Menschen und hoffe, dass etwas von dessen Glanz auf einen abfalle. Im Positionierungsspiel um sozialen Status und Prestige eine altbekannte Strategie. (…)

Oft falle sie nicht auf, vorausgesetzt, der Anwender geht geschickt vor. Dahinter steckt, dass das Gefühl am Ende den Verstand schlägt. Kein logisches Argument komme gegen ein gefühltes Argument an, sagt Ditko. Durch die Nennung einer dritten Referenzperson und deren assoziierte Eigenschaften bediene man sich einer sehr sinnvollen, in der Rhetorik oft effektvoll genutzten Verstärkungstechnik. (…)

Als Lügner entlarvt zu werden kann fatale Folgen haben. „Wenn man angibt, letztens mit der Bundeskanzlerin zum Essen gewesen zu sein, muss das auch der Wahrheit entsprechen“, betont Ditko. Doch selbst wenn dies der Fall ist, sollte man sich immer noch gut überlegen, mit wessen Federn man sich schmückt.

Hat man gestern noch erzählt, der Vorstandschef halte so viel von der eigenen Arbeitsweise, heute steht dieser aber leider unter Korruptionsverdacht - keine gute Sache für das eigene Image. „Am besten wählt man nur Persönlichkeiten, bei denen man sicher sein kann, das nichts passiert“, sagt der Rhetoriker. Auch wenn das ein schwieriges Unterfangen sei, gibt er zu.

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16.2.2008

"Gabriel zum Redner des Jahres gekürt"

Experten: Immer weniger Politiker sind gute Redner
Von unserem Korrespondenten Christian Kerl, Berlin

Eine vielbeachtete Rede vor der Weltklima-Konferenz auf Bali hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verspätet großes Lob daheim eingetragen: Gestern wurde Gabriel in Berlin für seinen Kurz-Vortrag zum "Redner des Jahres 2007" gekürt.

"Seine Rede im Dezember hat gezeigt, dass man auch in sechs Minuten einem Weltpublikum ein kompliziertes Vorhaben verständlich erklären kann", lobte Peter Ditko von der Deutschen Rednerschule, die den Preis verleiht. Gabriel habe – auf Englisch – in knapp bemessener Zeit abstrakte und bildhafte Elemente gut gemischt, das Publikum einbezogen und präzise argumentiert.

Rhetorik-Experte: Brauchen Redner wie Gabriel

"Wir brauchen Redner wie Sie, die nicht um die Dinge herumreden", erklärte Ditko. Eine positive Botschaft des Experten, der Politiker und Wirtschaftsführer einen Steinwurf vom Reichstagsgebäude entfernt auf einem alten Spree-Schlepper in der Kunst der Rede schult. Es gebe jedoch immer weniger Politiker, die den Anforderungen gerecht würden. Die Qualität der politischen Rede nehme seit langem ab.


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Franz-Josef Strauß, Willy Brandt, Rainer Barzel, Richard von Weizsäcker, später Joschka Fischer – das seien noch großartige Redner gewesen, schwärmt Ditko im Gespräch mit unserer Zeitung. Und heute? Dem Fachmann fallen neben Gabriel nur noch Wolfgang Schäuble, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi ein; alle haben sie schon einen Preis von ihm erhalten. Und die Kanzlerin? Ihre Reden seien zwar gut aufgebaut, doch eine große Rednerin sei sie nicht – es fehle an Präsenz, sie begeistere nicht.

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Bundesminister Gabriel mit Schulleiter Peter H. Ditko

Damit steht Ditko nicht allein da. "Die große politische Rede kommt bald auf die Liste der aussterbenden Arten", sagt Ernst Elitz, Intendant des Deutschlandfunks. Michael Engelhard, der Reden für mehrere Bundespräsidenten schrieb, sagt: "Beim Papst höre ich zu – aber bei den meisten Politikern weiß ich heute genau, was sie sagen werden."

Merkel-Berater: "Nicht die Zeit für große Rhetorik"

Auch im Bundestag wird die rückläufige Redekultur beklagt. Merkel-Berater Matthias Graf von Kielmannsegg, der als Stabsleiter im Kanzleramt an größeren Reden mitarbeitet, relativiert indes die Kritik: "Es ist nicht die Zeit für große Rhetorik. Eine große Rede würde im Augenblick nur Misstrauen produzieren." Die Kanzlerin übe sich bewusst in "gewisser Nüchternheit."

Gabriel selbst hat sich ein einfaches Rezept angeeignet: "Man muss etwas von der Sache verstehen, aber nicht zu gut – denn man muss die Argumente noch in Alltagssprache übersetzen können." Das sei auch sein Trick auf der Klimakonferenz gewesen.



16.2.2008

"Gabriels goldene Zunge"

Ehre, wem Ehre gebührt. Mit dem "Goldenen Mikrofon" wurde gestern Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ausgezeichnet. Die "Deutsche Rednerschule" würdigte damit seine "rhetorischen Leistungen" im Allgemeinen und seine Rede auf der Weltklimakonferenz in Bali im Dezember vergangenen Jahres im Besonderen, die er noch dazu auf Englisch gehalten hatte.

Gabriel, so die Würdigung der Jury, habe bewiesen, wie man in nur sechs Minuten und mit nur einigen wenigen Zahlen-Angaben ein komplexes Thema wie die Klimapolitik einem Weltpublikum vermitteln könne.

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"Die Rede ist klar strukturiert, präzise und argumentativ gut verständlich", sagte Peter Ditko, Chef der Rednerschule. Zudem enthalte sie "eine ausgewogene Mischung aus abstraktem und konkretem Denken." Womit bewiesen wäre, dass man manchmal in sechs Minuten mehr sagen kann als in einer halben Stunde.



3.11.2007

"Denken Sie an Ihre Körpersprache"
Die Politik als schlechtes Beispiel

Ausführlicher Bericht über unser Seminar "Rhetorik und Persönlichkeit". Artikel lesen
 


14.9.2006
Interview
"Pflüger kann es mit Wowereit aufnehmen"
Der Rhetorikexperte Peter H. Ditko über die "Duelle" der Spitzenkandidaten

Herr Ditko, Sie haben im Juli für die Berliner Zeitung das erste "Duell" Wowereit gegen Pflüger analysiert, gestern das letzte im RBB. Beim ersten sahen Sie Klaus Wowereit als deutlichen Sieger und fanden viele Schwächen bei Friedbert Pflüger. Was ist Ihr Urteil zum 4. "Duell"?

Pflüger ist deutlich besser geworden, selbstsicherer und auch freundlicher und hat die Rolle als Herausforderer Wowereits besser angenommen.

Inwiefern?

Er hatte seine Argumentation besser aufgebaut als beim ersten Mal, er hat weniger mit abstrakten Zahlen und mit mehr anschaulichen Beispielen aus dem Berliner Alltag gearbeitet. Das ist für ihn wichtig, weil er glaubhaft machen muss, dass er sich in Berlin genauso gut auskennt wie Wowereit. Der hielt Pflüger ja wieder genüsslich vor, seine Lieblingsstadt sei Hannover.

Wie war Wowereit?

Wie immer: ein Profi, talkshowerfahren, selbstbewusst, freundlich.

Manche meinen, er habe einen Hang zur Selbstherrlichkeit. Mehrfach kanzelte er die RBB-Moderatorin ab und redete, solange es ihm beliebte.

Ja, Wowereit klärt gern zu Anfang die Fronten, durchaus mit einer gewissen Brutalität. Seine Botschaft war klar: Ich habe hier das Sagen. Während Pflüger um mehr Redezeit bat, redete Wowereit einfach weiter.

Er muss damit ein bisschen vorsichtig sein, weil überzogenes Verhalten bei der Bevölkerung auch negativ ankommen kann.

Aber die Leute schätzen Alphatiere, die Stärke und Durchsetzungsvermögen ausstrahlen ...

Das ist wohl wahr. Wowereit hat auch am Anfang und am Ende der Sendung - beides bleibt am besten im Gedächtnis - souverän gehandelt. Zu Beginn hat er Pflüger gelobt. Zum Ende hat er den Berlinern klar in die Kamera gesagt: ich bleibe in Berlin, ihr kennt mich und ich bitte um euer Vertrauen. Pflüger war in diesen wichtigen Phasen zu ungenau und zu kompliziert in seinen Aussagen.

Wahlkämpfer wollen ihre Anhänger mobilisieren. Wie ist beiden das gelungen?

Wowereit hat mehrmals die sozialdemokratischen Themen Soziale Sicherheit und Gerechtigkeit angesprochen.Der Regierende hatte deshalb mehr Möglichkeiten, auch die sozial schwachen Schichten zu erreichen. Pflüger hat sich nur auf das Thema Arbeitsplätze konzentriert, konnte aber auf Nachfrage nicht genau sagen, wie die Jobs entstehen sollen und welche Investoren auf seiner Liste stehen. Wowereit hat deshalb sofort gekontert und gesagt, er könne auch eine Liste von Investoren vorlegen.

Also doch ein Fehler von Pflüger ?

Ja, die Frage, wie er ausländische Investoren nach Berlin holen will, ist zentral. Er hätte wenigstens vorher mit einem Investor reden müssen, um gegenüber Wowereit mit einem konkreten Beispiel punkten zu können. So blieben seine Ankündigungen unglaubwürdig.

Andererseits hat Pflüger offenbar schnell dazugelernt.

Ja, er hat in der kurzen Zeit viel verändert, beispielsweise wies er durch Bezug auf den Migrationsbeauftragten in seinem Schattenkabinett darauf hin, dass er ein Team hinter sich hat und nicht alleine kämpft. Das war im ersten Duell noch völlig anders. Auch die Nachfrage an Wowereit, warum der erst jetzt, kurz vor der Wahl, für beitragsfreie Kitas plädiert, war ein Punkt für Pflüger.

Ihre zusammenfassende Bewertung dieses letzten "Duells"? Wer ist verletzt vom Paukboden getragen worden?

Keiner. Es war ein Patt. Anders als beim ersten Gespräch, als Pflüger in den Seilen hing, hat er jetzt gezeigt, dass er es im Ring mit Wowereit aufnehmen kann.
 
15.7.2006
Etappensieg für den Regierenden
Argumente allein reichen nicht: Ein Rhetorikexperte hat das Duell Wowereit - Pflüger analysiert



Neben dem, was Politiker sagen, wird in der Mediendemokratie immer wichtiger, wie sie es sagen. Peter H. Ditko, einer der bekanntesten Rhetorik-Experten Deutschlands, hat für die Berliner Zeitung diesen Aspekt anhand einer Videoaufzeichnung untersucht: Wie kam der Regierende Bürgermeister beim Publikum an, der trotz eines strikten Sparkurses und riesiger sozialer Probleme von den Berlinern wiedergewählt werden will? Konnte Friedbert Pflüger, Politiker mit Bundeserfahrung, mit seinem Auftritt Punkte machen?

Ditko ist Leiter der Deutschen Rednerschule mit Sitzen in Berlin , Bonn und München und hat zahlreiche Politiker und Führungskräfte aus der Wirtschaft in der Kunst der Rede unterwiesen. Zu den Kunden, die er berät, gehört ein Großteil der deutschen Politprominenz. Ditko achtet nicht nur auf die Aussagen von Politikern. Ob ein Auftritt das Publikum überzeugt, hängt auch von zahlreichen nicht-verbalen Details ab: der Mimik, der Gestik, der Körpersprache.

Sogar von der Frage, ob man "staatsmännisch" im Jackett (Wowereit) oder angriffslustig vornübergebeugt im Hemd diskutiert (Pflüger). Ditkos Fazit des ersten Duells: Ein Etappensieg für Klaus Wowereit.

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13.9.2005
Zur Fernsehrunde vor der Bundestagswahl

Einer, der solche Debatten immer besonders aufmerksam verfolgt, ist Peter Ditko. Der ist nämlich Geschäftsführer der Deutschen Rednerschule, die vor allem Bundestagsabgeordnete rhetorisch schult und er hat von daher ein besonderes Interesse an den rhetorischen Leistungen der Politiker.

Ich wollte von ihm zunächst einmal wissen, ob in der jüngsten Fernsehrunde auch Schüler von ihm dabei waren?

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2.9.2005
So sah es der Politik-Rhetorik-Experte

Wer war der Sieger?

Heinz Peter Ditko, Leiter der Bonner Rednerschule: Die Erwartungen an Merkel waren sehr gering, Kanzler Schröder wurde ja vor dem TV-Duell von fast 65 Prozent als Sieger gesehen. Doch jetzt war Merkei nicht nur wesentlich stärker als erwartet - sie war auch stärker als Schröder!

Warum?

Schröder hatte schon in vielen ersten Sätzen Versprecher drin. Merkel hingegen versprach sich selten, sie hat ganz präzise Satzstrukturen - und auch ganz präzise Vorstellungen! Der Kanzler war in der Mimik sehr hart und verspannt - während Frau Merkei sehr freundlich gestartet ist.

Sie hatte zudem eine offenere Körpersprache als Schröder: Der Kanzler arbeitete fast nur mit der rechten Hand, während Merkei mit beiden Händen aktiv war. Merkel wirkte früher oft sehr verhärmt, hart und negativ - jetzt kam sie wesentlich freundlicher rüber als Schröder, der in langen Passagen des Duells nur in der Defensive war und gut 30 Minuten gebraucht hat, bis er mal zum Gegenangriff überging.

Im zweiten Teil wurde er dann freundlicher in der Mimik, wirkte dann aber auch schnell wieder zu gönnerhaft.

Hatte Merke! einen Frauen-Bonus?

Das spielte keine Rolle. Sie hat wie ein Mann gekämpft, hat sich besser durchgesetzt als Schröder - auch gegen die Moderatoren, von denen sie sich in keinster Weise das Wort verbieten ließ. Ihre Angriffe waren sehr gezielt und sehr konzentriert.

Wie hatten sich die beiden optisch präsentiert?

Merkel war besser in der Mimik und sie war besser in der Gestik. In der Wahl ihrer Kleidung hat sie auf schwarz-weiße Kleidung gesetzt - das wirkte sehr dynamisch. Auch das hat sie sehr gezielt gemacht - und da konnte der Kanzler nicht mehr trumpfen.

Wird das Duell die Wahlentscheidung der Bürger beeinflussen?

Zumindest der Teil der Wähler, der gemeint hat, diese Frau sei nicht sicher genug, hat durch dieses Duell die Empfindung gewonnen: Die wird es schon können! Merkels Problem war ja, dass Schröder immer gesagt hatte: "Diese Frau hat nicht die Kompetenz und die Erfahrung, um unser Land zu regieren." Und das hat Merkel mit diesem Duell ganz klar widerlegen können!


4.5.2005

Von der Renaissance der Redekunst
Die gute Rede - ein Führungs- und Marketinginstrument

(...) Auch der Leiter der Deutschen Rednerschule in Berlin, Peter H. Ditko, berichtet, dass neben der klassischen Klientel der Politiker vermehrt Wirtschaftsunternehmen Redentrainings nachfragen.

Präsentationen der Manager würden immer wichtiger, da die einzelnen Produkte sich immer mehr ähnelten.

Die reinen Sachinhalte seien für die meisten Bürger ohnehin nicht mehr durchschaubar und nachprüfbar, so handelten die Entscheider - insbesondere Zuhörer ohne Sachkompetenz - nach dem Schema: Ist der Mensch in Ordnung, ist auch das Produkt o. k. (...)

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10.3.2005

RHETORIK
Interview: "Truppe auf Trab bringen"

Ditko, 60, ist Geschäftsführer und Gründer der deutschen Rednerschule mit Sitz in Bonn, Berlin und München. Seit mehr als 25 Jahren unterrichtet der gelernte Volkswirt Führungskräfte und Politiker, wie sie das richtige Wort zum richtigen Zeitpunkt treffen. Zu seinen Kunden zählen Konzerne wie Lufthansa, DaimlerChrysler, Microsoft und Hewlett-Packard.

Herr Ditko, müsste Ihre Klientel nicht die Kunst des Sprechens längst beherrschen?

Das sollte man meinen. Aber Manager machen Karriere auf Grund ihrer Fachkompetenz, nicht weil sie über exzellente rhetorische Fähigkeiten verfügen. Oft schalten ihre Zuhörer schon nach ein paar Minuten ab und beten innerlich, die Predigt möge schnell vorbei sein.

Und woran liegt das?

Die Reden sind oft staubtrocken, unpersönlich, mit Zahlen und Fachbegriffen überfrachtet. Es fehlt die Dramaturgie, die Vision, die begeistert, fesselt und das Publikum einlädt zuzuhören. Die Redner reden mit sich selbst - nicht mit ihrem Publikum.

Wie geht's dann besser?

Wichtig ist, dass die Vorträge anschaulich sind. Die Bildsprache ist dafür ein sehr gutes Transportmittel. Mit ihr lassen sich komplizierte, nicht greifbare, aber auch langweilige Themen anschaulich darstellen.

Können Sie Beispiele nennen, wer das beherrscht?

(...)

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18.10.2004

BENNIS ENKEL
Ortstermin: Bei einem Rhetorikwettbewerb in Berlin misst sich die politische Elite von morgen

(...) Es geht um Rhetorik. Der kleine Mann heißt Peter H. Ditko, er leitet die Deutsche Rednerschule, man kann bei ihm das Sprechen lernen. Seine Kunden sind die deutschen Eliten, Politiker, Banker, Wirtschaftsmanager. 

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13.10.2004

WETTSTREIT
Ameisenbär statt Bundesadler

Vielleicht hat Klaus Uwe Benneter ja selbst noch etwas gelernt an diesem Montagabend. Der SPD-Generalsekretär war das prominenteste Jury-Mitglied beim 6. Redewettstreit für politische Junioren. Ausgerechnet Benneter, der in seiner politischen Karriere bisher nicht durch angriffslustige und zündende Reden aufgefallen war. Doch es gibt Hoffnung für die SPD: Siegerin des Wettbewerbs wurde Michelle Schumann von den Jusos.

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Die beste Rednerin: Michelle Schumann

Für Michelle Schumann war es ein Start-Ziel-Sieg. Als erste Rednerin ging sie an den Start, und ihre Rede zum Thema "Sollen Vorstandsgehälter offen gelegt werden?" kam bei der Jury gut an. Gerhard Schröder und Franz Müntefering seien ihre rhetorischen Vorbilder, sagte die 24-jährige Studentin. Benneter nannte sie nicht, erzählte aber, dass sie mit ihm beim Kommunalwahlkampf auf der Kirmes schon rote Rosen geschossen habe. 

Das Ziel des Wettstreits hatte zu Beginn des Abends Peter Ditko vorgeben. Er ist Leiter der deutschen Rednerschule. "Es geht nicht um Inhalte, sondern um die Redekunst", sagte Ditko. Mal artig, mal frech stellten sich die 16 Kontrahenten vor und redeten zunächst zu einem vorgegebenen politischen Thema. Dann war Schlagfertigkeit gefragt. Über Themen wie "Saure Gurken und Sahnehäubchen in der Politik" oder "Ameisenbär statt Bundesadler" mussten die Wettbewerber Stegreifreden halten. 

Rund 200 Gäste, das Fernsehen und eine fünfköpfige Jury sahen sich die Kandidaten an. Den Mannschaftspreis gewannen die Jungen Liberalen - und mussten gleich die Tücken des Medienbetriebs kennenlernen: Am Ende stand die Einzelsiegerin von den Jusos im Mittelpunkt - Mannschaftsgold lässt sich schwerer vermarkten.

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Das beste Team: Die jungen Liberalen


12.10.2004

RHETORIKKURS FÜR JUNGPOLITIKER
"Ein Fischer müsste her"

Gute Redner fallen nicht vom Himmel - deshalb wurde in Berlin bei einem Rhetorik-Wettbewerb der Parteien jetzt geübt, wie man die Redezeit einhält, klare Botschaften rüberbringt und sein Publikum unterhält. Am Ende stand fest: Der Polit-Nachwuchs ist besser als sein Ruf.

Berlin. Im Foyer der Bayerischen Vertretung in Berlin steht der SPD-Generalsekretär Klaus-Uwe Benneter. Vier junge Leute bilden einen Halbkreis um ihn - es sind Nachwuchspolitiker von den Jusos. Benneter schwört seine "Jünger" ein: "Das Schlimmste, was passieren kann ist, dass man sich selbst nervös macht. Aber vergesst nicht: Feuer muss man haben!" Neben ihm scherzt Johannes von Thadden, Bundesgeschäftsführer der CDU, über den "Versuch der Selbstversenkung", auf den die Redner der Jusos seiner Einschätzung nach wohl zusteuern würden. 

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Die Jury

Zum sechsten Mal lädt die Deutsche Rednerschule zum Rhetorik-Wettbewerb zwischen den Vertretern der politischen Nachwuchsorganisationen. Je vier Teilnehmer der Jusos, Grünen Jugend, Jungen Liberalen und der Jungen Union sollen in vier unterschiedlichen Disziplinen versuchen, sich gegenseitig an die Wand zu reden. Es geht dabei um den Mannschaftssieg und um die beste Einzelleistung. Wer am besten geredet hat, sollen Politiker der jeweiligen Parteispitzen entscheiden: In der Jury sitzen Klaus-Uwe Benneter (SPD), Johannes von Thadden (CDU), Steffi Lemke (Grüne) und der ehemalige Bundestagsvizepräsident Dieter Julius Cronenberg von der FDP. 

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Peter H. Ditko eröffnet den Wettstreit

"Franz-Josef Strauß etwa war ein großartiger Redner - er hat getobt und danach wieder alle an seine breite Brust gedrückt", sagt Peter H. Ditko von der Deutschen Rednerschule. Ob Strauß oder andere: Gute Redner kommen nicht aus dem Nichts. Sie müssen sich üben, in ständigen Auseinandersetzungen mit Parteikollegen oder politischen Gegnern. "Vor Publikum und Kameras aufzutreten, das ist neu für mich - aber große Reden musste ich schon oft halten", so ein Teilnehmer der Jusos, bevor der Wettbewerb losging. Reden auf der Straße, reden in Stadtparlamenten oder im Gemeinderat - so fängt die Karriere als guter Rhetoriker an - viele Teilnehmer sind im Bundes- oder Landesvorstand der Jugendorganisationen der großen Parteien. "Es ist so, als ob heute die U-21-Mannschaft da wäre - und alle wollen in die Nationalmannschaft", so Ditko. Dass Regeln eingehalten werden, dafür sorgt Ditko gleich nach der Vorstellung der Redner: "Flegelt euch nicht auf den Tisch - sondern habt Kreuz!" mahnt er.

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(...) Die Politiker in der Jury haben viel gelacht und zusammen mit dem Publikum entschieden: Sieger ist die Mannschaft der Jungen Liberalen vor der Grünen Jugend. Die Juso-Politikerin Michelle Schumann gewinnt als beste Rednerin. 


Artikel komplett lesen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-322716,00.html


8.7.2004

DAS STOIBER-PROBLEM
Bei Peter H. Ditko lernen Politiker aller Parteien wie man sich sympathisch präsentiert
Serie "Hinterzimmer der Macht"

von Martin Klesmann

Viele Abgeordnete und auch manche Bundesminister sind schon den schmalen Steg herunter gestiegen auf das alte Schubschiff in der Spree. Hier erwarten sie die Lösung eines Problems, das sie offiziell nicht zugeben würden.

Denn in den holzgetäfelten Räumen hilft ihnen Peter H. Ditko dabei, den richtigen Ton zu treffen. Ditko ist Gründer und Leiter der Berliner Redner-Schule. Ihm gehört das Schiff auf der Spree, das 1965 gebaut worden ist und auf den bezeichnenden Namen "Agora" getauft wurde. Es ist das griechische Wort für "Marktplatz", wo in der Antike die politischen Führer zum Redestreit zusammenkamen.

Wie viele und vor allem welche Politiker sich Ditko anvertrauen, sagt der 60-Jährige nicht. Diskretion gehört bei ihm unbedingt zum Geschäft. Dass der ehemalige Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) einer seiner Kunden war, legt zumindest das Foto an der Wand des Seminarraumes nahe. Immerhin hat Riester in seiner Amtzeit versuchen müssen, die nach ihm benannte Rente zu erklären. Es mag am Sachverhalt liegen, dass sie bis heute kein Verkaufsschlager geworden ist.

Seit Januar 2004 haben es die Rat suchenden Politiker nicht mehr weit, wenn sie unerkannt zu Ditko eilen. Sein acht Meter breites und sechzehn Meter langes Schiff ankert nun an der Marschallbrücke direkt am Reichstag. Es hat die wichtigsten Hilfsmittel für die Schulungen an Bord: Ein Rednerpult, ein Mikrofon, eine Videokamera und einen Fernseher. Die Politiker, die kommen, werden beim Reden im Hauptraum des Schiffes gefilmt. Durch die Fensterfront haben sie den mächtigen Reichstag dabei fest im Blick.

Nach einer Probeaufnahme redet Ditko dann Tacheles. "Politiker müssen eine verständliche, bildhafte Sprache benutzen und das, was sie sagen, muss mit ihrer Körpersprache übereinstimmen", sagt Ditko. Sonst trete das Stoiber-Problem ein. Der CSU-Politiker hatte im Wahlkampf seine Aussagen oft mit einem unpassenden Lächeln garniert. Ditko stöhnt, wenn er daran denkt. Ein häufiger Fehler von Berufspolitikern sei es auch, Zuhörer mit Informationen zu überfluten. Ditko schüttelt den Kopf, geht an die Schiffsbar und holt sich ein Wasser.

Seinen Service lässt er sich etwas kosten: 150 Euro kostet die Stunde - für Kleingruppen mit bis zu drei Personen. Meist aber kommen die Politiker, um sich in Einzelgesprächen beraten zu lassen. Dabei geht es nicht nur um Sprache. Denn manchmal kommt es bei seinen Schülern zu Persönlichkeitskrisen: "Wenn sie sich auf Video sehen, stellen manche fest, dass sie so eigentlich nicht rumlaufen können", sagt Ditko. Dann geben er und seine Mitarbeiter auch eine Typberatung. Sie machen Vorschläge, wie ein neuer Haarschnitt aussehen kann oder drängen darauf, dass ein gedeckter Anzug einen Finanzpolitiker sogleich kompetenter erscheinen lässt. "Heutzutage ist das Persönlichkeitsbild eines Politikers ja wichtiger als die Inhalte, die er vertritt", sagt Ditko. Er ist ein kleiner, jovialer Rheinländer, der aber mit scharfer Zunge reden kann.

Ditko spielt mit den Volksvertretern stets verschiedene Situationen durch: Zum Beispiel das 45-Sekunden-Statement, das ein Politiker am Rande einer Sitzung in die Fernsehkameras sprechen soll. Hier empfiehlt der Schulleiter: "Anknüpfen am Vorwissen des Publikums, eine stringente Kurzargumentation und ein prägnanter Zielsatz." Auch der Auftritt in einer Fernseh-Talk-Show wird auf dem umgebauten Schubschiff geübt. Ditkos Rat in diesem Falle: Erst einmal Gefühle zeigen und so tun, als seien dem Politiker alle anderen Gäste und auch der Talkmaster sympathisch. Dann alles anschaulich erklären, alle Einwände sofort anzweifeln. Und natürlich: "Unterhaltsam, heiter und humorvoll sein."

Auch wenn Ditko keine Namen nennt - er sagt, zu ihm kämen Politiker aller Parteien. Fotos an der Wand zeigen neben Walter Riester den ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU), und Peter Struck, den heutigen SPD-Verteidigungsminister. "Es kommen prinzipiell immer mehr Leute von der Opposition als von der Regierung", sagt Ditko. "Denn der Opposition bleibt nur das Wort, die Regierung hat die Macht."

Er erzählt von einem Landtagsabgeordneten, der von seiner Partei zum Ministerpräsidenten aufgebaut werden soll. "Da sagt die Partei dem jungen Mann auch mal, dass er rhetorische Beratung nötig hat", sagt Ditko. Ein Politiker sei meist wesentlich lernwilliger, wenn er schon mal in einem Fernsehinterview rein gefallen ist. Denn jeder Politiker weiß, dass so etwas Wählerstimmen kostet. Die Einsicht in die Notwendigkeit des Beratungsbedarfs steigt sofort.

Peter H. Ditko kennt das Geschäft mit dem Wort und den Politikern schon so lange wie kaum ein anderer in Deutschland. 1978 bereits gründete der studierte Ökonom in der damaligen Bundeshauptstadt am Rhein die Bonner Rednerschule. Zeitgleich entstand mit Unterstützung des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß auch der Förderkreis Politische Rhetorik, in dessen Vorstand Spitzenpolitiker der wichtigsten Parteien sitzen. Dieser Förderkreis verleiht seitdem auch den Rednerpreis "Das Goldene Mikrofon" für herausragende rhetorische Fähigkeiten.

Als erster wurde 1979 der CDU-Politiker Kurt Biedenkopf ausgezeichnet, später folgten Richard von Weizsäcker, Egon Bahr, Willy Brandt, dann Wolfgang Schäuble, Wolfgang Thierse, Joschka Fischer und Gregor Gysi. Als bisher einzige Frau erhielt bereits im Jahr 1988 die SPD-Finanzpolitikerin Ingrid Matthäus-Meier den Preis. "Frauen haben ein Grundproblem", sagt Ditko. "Sie haben höhere Stimmen als Männer. Das empfinden viele Menschen als eher unangenehm." Je tiefer die Stimme, desto angenehmer und überzeugender komme sie rüber. Renate Künast und Angela Merkel erhielten immerhin Sonderpreise für ihre rednerische Leistung.

Den Vorstand des Förderkreises Rhetorik stellen heute Wolfgang Thierse (SPD), Friedrich Merz (CDU), Rezzo Schlauch (Grüne) und Guido Westerwelle (FDP). Zu Jahresbeginn ist auch der gescheiterte Kanzlerkandidat Edmund Stoiber hinzugestoßen. Vielleicht hofft er dort noch ein wenig zu lernen.

Wie wichtig das ist, weiß auch FDP-Parteichef Guido Westerwelle. "Wer keine klare Sprache spricht, hat oft auch nicht genügend klare Gedanken", sagt er. Rezzo Schlauch, mittlerweile Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sagt, dass Ditkos Schulung wenigstens noch eine klassische Rednerschule sei. "Mittlerweile gibt es auch sehr viele schaumige Anbieter", sagt Schlauch. "Da wird ein stromlinienförmiger Politiker erzeugt, der dann in der Christiansen-Sendung sitzt und genau weiß, wie er die Beine übereinander schlägt oder wie er seine Arme bewegen muss."

Schlauch, der sich als Anwalt die Kunst der freien Rede mühevoll selbst beigebracht hat, verfügt über seine eigenen Rede-Regeln: "Die Menschen müssen immer das Gefühl haben, dass der Redner etwas von einem will und dass er einen mag." Rein rhetorisch gesehen bedauert es Rezzo Schlauch heute, dass er ein Regierungsmitglied ist. "Als Regierungsvertreter hat man immer die Vorsichtsbremse eingebaut." Häufig müsse er sich zurücknehmen, gebrauche unpräzise Füllwörter und sage, dass er etwas zunächst prüfen müsse. "Als Oppositionsvertreter darfst Du viel mehr", sagt er.

"Politische Orte - Wo die Entscheidungen fallen" heißt das Buch zur Serie. Es wurde von Christine Dankbar und Hartmut Augustin herausgegeben, erscheint im Jaron-Verlag und kostet 8,80 Euro. Es ist auch im Kundencenter des Berliner Verlages, Karl-Liebknecht-Straße 29, erhältlich.




16.10.2003

SIND DIE POLITIKER HEUTE NUR NOCH OBERFLÄCHLICH?
Interview: Der Bonner Rhetorik-Experte Ditko erklärt die "Jammerlappen-Diskussion"

(...) EXPRESS: Aber Politiker, die so reden, werden doch negativ wahrgenommen.

DITKO: Eine negative Wahrnehmung ist besser als keine. Wer nicht wahrgenommen wird, hat in der Politik keine Chance.

EXPRESS: Führt das nicht auch zu einer Vereinfachung der Dinge?

DITKO: Ja, damit geht eine Oberflächlichkeit einher, die wir Deutschen eigentlich nicht kennen. Wir waren ja früher wesentlich exakter in der Formulierung. Durch Einflüsse aus Amerika hat sich das geändert.

EXPRESS: Franz-Josef Strauß und Herbert Wehner galten als rednerische Naturtalente. Wie steht es um die rhetorischen Fähigkeiten unserer Politiker?

DITKO: Die rhetorische Ausbildung ist in Deutschland vorsintflutlich. (...) 



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21.2.2003

Auszeichnung für Angela Merkel
DAS SCHWEIGSAME RHETORIKTALENT

(...) Wenig später dann kommt die Preisträgerin im roten Jäckchen. Schnell schreitet Angela Merkel die Treppen in die erste Etage hoch, ignoriert die postierten Kameras und läuft schnell in den Saal. Preisverleiher Ditko gibt ihr den Ablauf der Veranstaltung durch. Merkel versichert eilig, sie habe eine "kleine Rede" vorbereitet. Die trägt ihr Referent in einer blauen Mappe hinter ihr her. Verkrampft lächelnd steht sie nun am von Fotografen bedrängten Tisch in der ersten Reihe. "Ich ziehe mich dann lieber in den Hintergrund zurück", sagt sie fast fragend, doch Organisator Peter Ditko gestattet keinen Rückzug und räumt ihr den Tisch frei.

Was die Gesellschaft, die seit 25 Jahren Rhetorikseminare für Politiker anbietet, über Merkel zu sagen hat, ist erfreulich. Sie sei eine der "herausragenden weiblichen Redner" im Parlament, würdigt sie Peter Ditko und referiert darüber, dass Frauen eben "anders" reden als Männer. Vor allem Merkels Metaphern machten ihre Reden immer wieder zu Leckerbissen im Politeintopf. "Obwohl sie anfangs mit viel Häme beobachtet wurde, weil sie eine Frau ist, hat sie sich durchgesetzt", sagt Ditko, "und nichts ist nun mal erfolgreicher als der Erfolg." (...)


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21.2.2003

Preis für Merkels Rhetorik
WEIBLICHE WORT-AKROBATIK

(...) Mit dem Preis - eine goldene Frauenfigur - ehrte der Förderkreis politische Rhetorik Merkel für ihre rednerischen Fähigkeiten. Merkel habe sich im vergangenen Jahr besonders durch ihre "enorme Größe " und Flexibilität hervorgetan, erklärte Peter Ditko, Vorstandsmitglied des Förderkreises. Sie habe sich durch ihre Redegewandtheit in einer Männerdomäne durchgesetzt und eine Liebe für Metaphern gezeigt. (...)

Der Förderkreis politische Rhetorik feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Seit 1979 ehrt der Kreis regelmäßig Politiker mit dem Goldenen Mikrofon. Preisträger waren unter anderem Bundespräsident Johannes Rau, Außenminister Joschka Fischer und der PDS-Politiker Gregor Gysi. Der Preis "Frauenpersönlichkeit des Jahres" wurde zum ersten Mal im vergangenen Jahr verliehen und ging an Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne). (...)

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9.9.2002

Peter Ditko, Förderkreis Rhetorik
GEWINNER WAREN DIE BEIDEN DAMEN

(...) Was waren die größten Schnitzer?

Ditko: Stoiber hatte einen nicht besonders guten Einstieg. Es waren eine Reihe weicher Formulierungen vorhanden. Zum Beispiel: Sechsmal "glaubte" er, machte lange Sätze, während Schröder mit einem sehr geschickten Einstieg kam. Auch der Ausstieg von Schröder war besser, indem er präzise in vier Punkte strukturierte. (...)

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6.9.2002

Im zweiten Duell darf es etwas angriffslustiger zugehen

(...) Zwar bleibt es bei den Regeln. Aber vielleicht lassen die Moderatorinnen Maybrit Illner und Sabine Christiansen mehr Raum für Spontaneität. "Männer neigen dazu, bei Frauen leichter aus dem Ruder zu laufen", weiß der Rhetorik-Lehrer Peter Ditko und vermutet, "das Gespräch könnte unstrukturierter und aggressiver werden". Überraschende Einwürfe sollen verhindern, dass die Politiker auswendig Gelerntes aufsagen. (...)



29.8.2002

WAS DEUTSCHLAND BEWEGT ...
Schröder oder Stoiber - wer kommt im Osten besser an?

Peter H. Ditko: (...) Die Rivalen schienen sich in der Duellsituation nicht sehr wohl zu fühlen. Der Kanzler hatte sich voll auf die Rolle des Staatsmannes zurückgezogen und ließ Angriffe gekonnt abprallen. Beide hatten sich auf die Situation genau vorbereitet. Stoiber konnte die vielen "Ähs" weitgehend unterbinden. Er schaffte es - besonders in der zweiten Hälfte -, kurze Sätze zu konstruieren und auch auf eine akzeptable Betonung zu achten. Bei schwierigen Fragen zögerte er allerdings länger als der Kanzler. Schröder ... (...)

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27.8.2002

KANN STOIBER NOCH WIE SCHRÖDER WERDEN?
Peter Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschulen, über die Möglichkeit, Spontaneität und Schlagfertigkeit zu erlernen.

Mit dem Kanzler und dem Kandidaten der Union treffen bei den Fernseh-Rededuellen zwei Typen aufeinander, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.

SZ: Vielleicht würde Edmund Stoiber manchmal auch gern so locker und eloquent reden können wie Gerhard Schröder. Hätte er eine Chance, das noch zu lernen?

Ditko: Lernen kann man alles. Es ist nur eine Frage, ob man es wirklich will. Schließlich ist Rhetorik angelerntes Verhalten. Kein Kind wird rhetorisch versiert geboren.

Was müsste Stoiber als erstes lernen?

Er ist zu sach- und regelorientiert und braucht eine genaue Vorbereitung. Das hindert ihn daran, glorreiche Medienauftritte hinzulegen.

Schröder dagegen ist locker und eloquent, kann kurze Sätze formulieren und sich damit vor allem in kleinen Gesprächsrunden gut darstellen. Als großer Publikumsredner war aber auch Schröder ursprünglich nicht besonders stark. Da hat er einiges dazugelernt.

Dass man lernen kann, gute Reden zu halten, leuchtet ein. Die kann man ja auch vorbereiten. Aber kann man tatsächlich Schlagfertigkeit und Spontanität trainieren - selbst wenn man die 60 überschritten hat wie Edmund Stoiber?

Spontanität zu lernen ist natürlich schwerer. Denn die ist in großem Maße in der Persönlichkeit verankert. Wenn man einen aktenorientierten, sehr zur Sache neigenden Stoiber nimmt, der alles akribisch vorbereitet und sich auch oftmals sorgt, Fehler zu machen, dann ist der natürlich alles andere als spontan. Das ist nicht in ein, zwei Stunden wegzutrainieren. Aber wenn man eine Reihe von Seminaren mitmacht, geht das.

Wie trainiert man denn so etwas?

Man übt einfach, schlagfertig zu sein. Dabei konfrontiert der Trainer seinen Schüler mit heiklen Situationen, und dieser muss dann spontan nach gewissen Regeln antworten.

Spontan nach Regeln antworten? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Nein, auch Spontanität und Schlagfertigkeit haben bestimmte Strukturen, die man trainieren kann.

Was sind das für Strukturen?

Man muss vor allem die Unterschiede zwischen Sach- und Beziehungsebene herausarbeiten. Nehmen wir zum Beispiel die Frage eines Journalisten an Herrn Stoiber, ob er sich unter die Sonnenbank legt. Schröder wäre sicherlich so schlagfertig gewesen zu sagen: "Sicherlich mach ich das, damit ich für Sie gut aussehe." Er stellt also sofort eine Beziehung zum Interviewer her.

Stoiber hat hingegen lang rumlamentiert, bis er endlich zu der Überlegung kam, dass es womöglich ganz gut sei, sich als Sonnenbänkler zu outen, der nicht immer nur arbeitet. Er mache das aber nicht so häufig, sagte er, es sei jedoch unumgänglich.

Stoiber versucht also auf der Sachebene eine Antwort zu finden, und das ist eben nicht spontan.

Wie würden Sie ihm beibringen, das zu ändern?

Ich würde ihm empfehlen, das zu sagen, was ich gerade Herrn Schröder in den Mund gelegt habe.

Das heißt, Sie geben ihren Schülern Antworten vor. Man lernt also auswendig.

Man lernt, die Sachebene von der Beziehungsebene zu trennen - sich zum Beispiel mehr in sein Gegenüber hineinzuversetzen.

Frauen neigen übrigens generell weniger dazu, nur sachorientiert zu sein. Sie springen oft schnell von der Sachebene zum Emotionalen. Interviewerinnen sind deshalb für Stoiber ein noch größeres Problem als männliche Fragensteller.

Würden Sie sich trotzdem zutrauen, aus Edmund Stoiber einen so beredten Gesprächspartner zu machen wie Gerhard Schröder?

Natürlich. Man braucht nur genügend Zeit. Dafür gibt es auch zahlreiche Beispiele. So existieren noch Aufzeichnungen von Helmut Kohl, als er das Lächeln gelernt hat. Selbst das hat schließlich ganz gut geklappt - auch wenn man einen Menschen gewiss nicht komplett ändern kann. Dazu ist das Verhalten zu tief verwurzelt.

Schröder und Stoiber haben ja zum Beispiel ganz andere Lebenswege hinter sich, die schon mit einer sehr unterschiedlichen Kindheit begannen. Trotzdem kann man Stoiber immer noch beibringen, lockerer zu sein und nicht ständig Angst vor Fehlern zu haben.

Wie lange würden Sie denn für die Verwandlung eines Stoiber brauchen?

Dazu möchte ich lieber nichts sagen.




  und   27.8.2002

"W"WIE EIN BOXER HAT SCHRÖDER DIE DECKUNG ZUGEMACHT"
Wie hat der Schlagabtausch zwischen Kanzler und Kandidat auf einen Rhetorik-Lehrer gewirkt? Eindrücke schildert Peter H. Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschulen, der Niederlassungen in Berlin, Bonn und München betreibt.

Herr Ditko, wer ist als Sieger aus dem TV-Duell hervorgegangen?

Peter H. Ditko: Sie können das mit einem Boxkampf vergleichen. Und da hat Schröder nach Punkten gewonnen. Stoiber war in der Rolle des Angreifers. Er hat sich bemüht, Schröder unter Druck zu setzen. Aber der Kanzler reagierte sehr geschickt: Wie ein Boxer hat er die Deckung zugemacht. Und Stoiber hat es nicht geschafft, ihn aus der Deckung herauszukriegen.

Trotzdem hat Stoiber überrascht.

Seine Satzstruktur war besser als früher. Er hat Pausen gemacht, das unbeholfene «Äh» weitgehend vermieden. Dafür sagte er allein neunmal «glaube ich». Er hat «versucht», «sich bemüht» und «gehofft». Das sind Relativierungen.

Schröder war nicht angriffslustig.

Ich denke, dass er ganz bewusst diese Rolle gewählt hat. Der Spaßkanzler war weg, er hat sehr auf Staatsmann gemacht. Schröders Kopfhaltung war sehr ruhig. Stoiber wirkt durch das hektische Hin und Her des Kopfs unsicher.

Wie war die Sprechweise der Gegner?

Schröders Stimme war sehr ruhig, seine Betonung gut. Bei Stoiber ist mir aufgefallen, dass er bei unangenehmen Fragen die Antwort mit einem leichten Stöhnen begonnen hat. Das ist nicht sehr sinnvoll.

Wie fanden Sie die Kommunikation zwischen den Duellanten?

Da hat Stoiber am Anfang einen Fehler gemacht. Er hat Schröder angesprochen, dabei aber den Moderator angesehen, bis der ihn darauf hinwies. Das war peinlich für Stoiber, wie ein Anfänger berichtigt zu werden.




26.8.2002

Peter Ditko, Förderkreis Rhetorik
STOIBER STÖHNTE BEI SCHWIERIGEN FRAGEN

Wer war der Sieger des TV-Duells?


Ditko: Besser war Schröder, war vorauszusehen. Wobei sich Stoiber gut gehalten hat. Die vielen Ähs, die er in der Vergangenheit hatte, waren weitgehend weg. (...)

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25.8.2002

(...)



25.8.2002

"EIN KLON AUS BEIDEN WÄRE PERFEKT"
Ein Rhetoriklehrer erklärt, warum Gerhard Schröder und Edmund Stoiber im Fernsehen so wirken, wie sie wirken

Der Kandidat schwitzt. Eine Locke hat sich aus dem weißen Haarhelm gelöst und wippt über seiner glitzernden Stirn. "Ich. Möchte. Taten. Es. Ist. Keine. Zeit. Für Gutachten", sagt er. Und: "Es. Ist. Keine. Zeit. Für Talkshows." Ruckartig, im Takt seines Rede-Stakkatos wirft Edmund Stoiber beide Hände gen Saalhimmel und lässt sie aufs Rednerpult herabsausen. Immer wieder.

"Wie ein Trommler" sagt Peter H. Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschulen, und drückt den Pause-Knopf. Auf der Mattscheibe des holzfurnierten Fernsehers in Ditkos Bonner Büro verharrt der Kanzlerkandidat mit weit aufgerissenen Augen in wenig vorteilhafter Pose. "Stoiber ist engagiert und kämpferisch", lobt der Rhetorik-Lehrer. "Er zeigt aber kaum Variationen, weder in seiner Sprache noch in der Gestik. Das wirkt mechanisch."

Seit 25 Jahren bringt Peter Ditko deutschen Politikern das Sprechen bei. Inzwischen beschäftigt der gelernte Volkswirt zehn Lehrer und Redenschreiber. Über 15 000 Schüler sind durch seine Schulen in Berlin, Bonn und München gegangen, schätzt er. Wer alles darunter war, verrät der 59-Jährige nicht. Über der plüschigen Sofagarnitur seines Sprechzimmers hängen Fotos: Ditko mit Willy Brandt, Ditko mit Richard von Weizsäcker, Ditko mit Otto Graf Lambsdorf. Im Flur wird's dann zeitgemäßer: Peter Struck, Renate Künast und Wolfgang Gerhardt posieren mit dem Rhetorik-Lehrer. (...)

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24.8.2002

ZEIGEFINGER VERSUS RUHIGE HAND
Im richtigen Moment die Faust recken, bloß nicht unsicher zur Seite blicken: Wer vom Volk geliebt werden will, muss sich staatsmännisch inszenieren können, sagt Peter Ditko. Der Chef der Deutschen Rednerschule hat für das Magazin Gerhard Schröder und Edmund Stoiber getestet.

Es sind weniger die Argumente, die einzelnen Politikern Plus- oder Minuspunkte einbringen. Diskussionen über volkswirtschaftliche Details langweilen die meisten Menschen. Es sind die scheinbar kleinen Gesten, es ist die Mimik und die Art, wie Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) etwas sagen, was den Bürger überzeugt oder abschreckt. "Zu 38 Prozent wählt das Auge, zu 18 Prozent das Ohr", sagt Peter Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschule mit Sitz in Berlin, München und Bonn. Nicht umsonst lassen sich manche Politiker optisch aufpolieren, sagt Ditko. Es darf nur keiner wissen, sonst leidet die Glaubwürdigkeit. "Deshalb musste sich der Kanzler des Gerüchts erwehren, seine Haare seien gefärbt."

Hunderte von Politikern erlernten bei Ditko die Kunst der Rede. Deshalb kann sich der "Rhetorik-Papst", wie Zeitungen ihn zuweilen nennen, für das FR-Magazin über die Qualitäten und Fehler Schröders und Stoibers äußern. (...)

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22.2.2002

MINISTERIN KÜNAST KRIEGT RHETORIK-NACHWUCHSPREIS
Statt des Goldenen Mikrofons für politische Rhetorik wird Renate Künast eine Frauenstatue überreicht. Sie ist jetzt "Frauenpersönlichkeit des Jahres".

Es gibt nicht viele Frauen in der Politik, die gute Rednerinnen sind. Das wäre ein Grund gewesen, einer, die es wirklich kann, einmal das Goldene Mikrofon des Förderkreises Politische Rhetorik zu verleihen. Damit hätte der Verein, dem Promis wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Unionsfraktionschef Friedrich Merz angehören, den Frauenanteil der bisher 23 PreisträgerInnen von eins auf zwei erhöht. Nummer eins zwischen den Biedenkopfs, Weizsäckers, Raus und Gysis, die mit dem Goldenen Mikrofon nach Hause gingen, war die SPD-Finanzpolitikerin Ingrid Matthäus-Meier, Nummer zwei wäre Verbraucherministerin Renate Künast gewesen. 

Stattdessen bekam Künast gestern eine schmale marienartige Bronzestatue in die Hand gedrückt und wurde von ebendem Förderverein Politische Rhetorik zur "Frauenpersönlichkeit 2001" gekürt. Neuerdings ist man also nicht einfach Persönlichkeit, sondern Männerpersönlichkeit oder Frauenpersönlichkeit. Warum? Das konnte auch die Mannsperson Peter Ditko vom Förderverein nicht recht erklären, obwohl er sich wirklich Mühe gab. (...)




22.2.2002

RHETORIK-TEST
Ein Wunder, dass er sich bewegt
Peter Ditko ist Leiter der Deutschen Rednerschulen. Für die Regierungserklärung von Klaus Wowereit verteilt er ein "ausreichend"

Sehr schnell sagt Peter Ditko diesen vernichtenden Satz: "Der Körper ist tot." Der Regierende Bürgermeister steht seit etwa zwölf Minuten am Rednerpult. Zwölf Minuten - das sind etwa drei bis vier Manuskriptseiten, drei bis vier kurze Bewegungen der linken Hand, die ein Blatt nach dem anderen vom Stapel zieht. Jedes Mal senkt sich die Hand dann wieder auf die rechte. Der Körper bleibt nahezu starr. "Tot", wie Ditko kühl analysiert.

Ditko, gelernter Volkswirt, ist Leiter der Deutschen Rednerschulen in Bonn, Berlin und München - ein Spezialist für die subtilen Botschaften im Medienzirkus Politik.(...)




22.2.2002

RHETORISCHES HANTELTRAINING

(...) Der Vorsitzende des Rhetorik-Förderkreises und Direktor der Bundestags nahen Deutschen Rednerschule, Peter H. Ditko, lobte Künasts zupackende Ansprache mit kurzen Sätzen und dialektischem Redeaufbau. (...) Denn es war Ditko, der den Rhetorikpreis für Bundespolitikerinnen initiierte, nachdem er seit 1978 das Goldene Mikrofon an redebegabte Politiker verleiht. (...)




14.2.2002

Currywurst oder Leberkäs'?
Sechs Punkte, die bei der Wahl im September entscheidend sein könnten


(...) "Die Wähler beurteilen Politiker zu 53 Prozent nach Gestik und Mimik, zu 35 Prozent nach ihrer Stimme und nur zu zehn Prozent nach ihren Aussagen", sagt der Bonner Medientrainer Peter H. Ditko.



2.2.2002

COWBOYS MIT UND OHNE COLT

Für die ehemaligen Rheinländer, die es mit dem Regierungsumzug nach Berlin verschlagen hat, ist die Bundeshauptstadt auf mindestens einem Gebiet noch nicht ausreichend zivilisiert: Karnevalistisch muss sich nach Meinung der zugezogenen Jecken an der Spree wirklich noch eine Menge entwickeln. Ausgangspunkt vieler dieser Entwicklungen ist seit Jahren die "Ständige Vertretung" am Schiffbauerdamm, deren Inhaber Friedel Drautzburg und Harald Grunert baten am Donnerstagabend gemeinsam mit Peter H. Ditko vom Förderkreis Politische Rhetorik zu einem Rheinischen Abend mit dem Berliner Prinzenpaar auf das Konferenzschiff "Club of Berlin".

Karsten Voigt, der für die SPD mehr als zwei Jahrzehnte im Bundestag saß und jetzt als Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt arbeitet, brachte ein Präsent für die Bilderwand in der "StäV" mit: Ein ungefähr 30 Jahre altes Foto von einem SPD-Parteitag, auf dem Horst Ehmke wie Wolfgang Joop aussieht und Heidemarie Wieczorek-Zeul eine waffenscheinpflichtige Frisur trägt.

(...) Friedhelm Julius Beucher, der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, liebte den Karneval schon aus einem Grund: "Ich durfte mit meinem Colt richtig rumballern." Außerhalb der tollen Tage musste er auf die passende Munition verzichten und "Peng!" rufen. Karsten Voigt hatte als Faschingscowboy übrigens gar keinen Colt, sondern bloß einen Sheriffstern. Ein früher Hinweis auf seine spätere politische Karriere?




26.1.2002

VERSPRECHER, UNSICHERHEITEN, WIDERSPRÜCHE
Warum ist Stoiber trotzdem populär?

(...) Ähnlich erklärt auch Peter Ditko, Leiter der Rhetorikschulen Bonn, Berlin, München, den Schub für die Union. "Die Dramaturgie der K-Frage war optimal für die Union - wenn auch ungewollt."

Ein Schaukampf, der in der Gewissheit gipfelte, so Ditko, "dass der Kandidat benannt wurde, der für Angriff und Aktion steht". Und das erwarte der Wähler. "Schröders Bild von der ruhigen Hand ist bei diesen Wirtschaftsdaten falsch."

Auch davon profitiere die Union. Ditko hat beobachtet, dass Stoiber sich häufig verspricht, "weil er zu lange Sätze baut". Und weil er keine Fehler machen wolle. "Das führt dazu, dass er verkrampft." Doch schade das im Moment noch nicht. Auch Ditko meint: "Es kommt auf die nächsten Auftritte an."




16.1.2002

RHETORIKLEHRER: SCHRÖDER STRAHLT RUHE AUS - STOIBER WIRKT DYNAMISCH

Die Mimik und die rhetorischen Fähigkeiten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Herausforderer Edmund Stoiber werden nach Expertenmeinung einen wesentlichen Einfluss auf die Wählerentscheidung haben. "Schröder hat den Vorteil: Er hat eine recht warme und weiche Stimme", sagte der Leiter der Berliner Rednerschule, Heinz-Peter Ditko, am Mittwoch in einem dpa-Gespräch.

Da komme der einfühlende, verständnisvolle Kanzler rüber. CSU-Chef Stoiber rede dagegen wesentlich schneller und mit höherer Stimme. "Stoiber hat mehr Möglichkeiten, Dynamik und Härte auszustrahlen", sagte Ditko. Ein Rededuell im Fernsehen würde die Entscheidung der Wähler unterbewusst beeinflussen. Die meisten Menschen denken, sie hätten ihre Meinung logisch gefällt. Aber das Unterbewusstsein, das von diesen Dingen sehr stark tangiert wird, fällt eine Sympathie- oder eine Antipathie-Entscheidung", erläuterte der Rhetorik-Experte. (...)




18.10.2001

BLASENFREI SPRECHEN
15 Bundestagsabgeordnete stellen sich dem Redewettstreit des Förderkreises Rhetorik

Verona Feldbusch also. Petra Pau kichert kurz, fängt sich dann aber wieder und schaut ihrem Kontrahenten ernst in die Augen. So gut das eben geht. Denn der FDP-Politiker Dirk Niebel überragt die zierliche PDS-Abgeordnete gleich um mehrere Kopflängen. Also stellt sich Pau kerzengerade hin, verschränkt die Arme hinter dem Rücken und verkündet mit sonorer Stimme: "Aber natürlich kann ich mir Frau Feldbusch in der Politik vorstellen."

Energisches Kopfschütteln auf der Gegenseite. Nein, nein. Politik sei schließlich eine ernste Angelegenheit und keine Dauerwerbesendung für Selbstdarsteller. "Erstaunlich" findet Pau diese Antwort. Wo doch Niebels Parteikollegen voriges Jahr vor allem durch Fallschirmsprünge und Besuche im Big-Brother-Container auf sich aufmerksam gemacht hätten. Da kann sich selbst der FDP-Mann ein Schmunzeln nicht verkneifen, und das Publikum im Zuschauerraum johlt vor Vergnügen. 1:0 für die kleine Petra Pau.

Masse ist eben nicht gleich Klasse. Das zeigt sich beim Rednerwettstreit der Politiker in Berlin. Da kommt es auf Mimik an, auf Gestik und darauf, dass sich der Redner nicht im politischen Kauderwelsch verstrickt. Was dem Referenten "aus dem Maul" komme, sei letztlich unwichtig, so Peter Ditko vom Förderkreis Politischer Rhetorik in Deutschland, "wichtig ist, was beim Zuhörer ankommt". Eine Maxime, die längst nicht alle Redner im Bundestag immer beherzigten. (...)




12.10.2001

REDEWETTSTREIT
Reden ist Silber, Schweigen kein Gold

Am kommenden Dienstag treffen sich Bundestagsabgeordnete wieder zu ihrem traditionellen Redewettstreit. Dabei treten in Berlin 16 Volksvertreter aus allen Fraktionen gegeneinander an. Sieger wird, wer innerhalb von drei Minuten ein kurz zuvor ausgewähltes Thema allgemeinverständlich darlegen kann.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Veranstaltungen kann sich diesmal auch die breite Öffentlichkeit von den Redekünsten unserer Politiker überzeugen. n-tv.de überträgt unter der Adresse http://www.n-tv.de/event das Geschehen von 18 bis ca. 21.15 Uhr live. Zudem können die User ihren Sieger mit Hilfe einer Umfrage küren. Das Ergebnis fließt in die Bewertung der Redner vor Ort ein. (...)

1979 gründeten der damalige Staatssekretär und SPD-MdB aus Berlin Jürgen Egert (Staatssekretär für Arbeit und Soziales) und Peter H. Ditko (Inhaber der Bonner Redner Schule) den "Förderkreis Politische Rhetorik". Mitglieder sind vornehmlich Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Mandatsträger der Länder und führende Journalisten.

Chat mit Peter H. Ditko
15.10., 18h
Thema: "Sind deutsche Politiker überhaupt noch zu verstehen?"

Peter H. Ditko, Jahrgang 1943, ist Gründer und Leiter der Deutschen Rednerschulen in Berlin, Bonn und München. Zusammen mit Persönlichkeiten wie Wolfgang Thierse, Friedrich Merz, Rezzo Schlauch, Dr. Guido Westerwelle und Dr. Heiner Geißler bildet er den Vorsitz des Förderkreises politische Rhetorik in der Bundesrepublik Deutschland. Ditko hat sich auch als Fachbuchautor einen Namen gemacht. So erschienen von ihm unter anderem "In Bildern reden" und "Medienberater für Führungskräfte in Politik und Wirtschaft" im ECON Verlag.




6.7.2001

DER MACHT DER SPRACHBILDER KANN SICH KAUM EIN ZUHÖRER ENTZIEHEN
Gute Reden produzieren ein "Kino im Kopf"

(...) Worte spüren, Bilder sehen, Botschaften schmecken: In der Erlebnisgesellschaft will der Zuhörer bei einer Rede etwas erleben, sagt Heinz Peter Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschulen. Die Kunst des "Erlebnisredner" ist es, durch seine Sprache Bilder im Kopf des Hörers entstehen zu lassen, ein "Kino im Kopf" zu produzieren.

Auf dem Lehrplan der Berliner Niederlassung, die als Schulschiff vor dem Reichstag ankert, steht zum Beispiel: Bildleere Worte in bildhafte verwandeln! "Die Zahlen sind eindeutig" - daraus macht der gute Redenschreiber: "Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache." Gerade gewöhnliche, auch abgegriffene Bilder erreichen den Zuhörer, weil sie gewohnt sind. (...)




1.4.2001

BECKER IN DER MANGEL

Es war eigentlich als Vorteil gedacht, aber am Ende war es wohl ein Doppelfehler, den Boris Becker vor Gericht in Miami hinlegte. Er war überraschend selbst zum Prozessauftakt erschienen, um seiner Forderung nach Ausschluss der Öffentlichkeit im Scheidungskrieg Nachdruck zu verleihen.

(....) Boris wirkte hilfslos und verloren, kam ins schwimmen, war nervös. Auch Peter Ditko, Rhetoriker der Bonner Redner-Schule, bestätigt uns: Boris war im ersten Akt des Scheidungsdramas nicht souverän: "Er hat sich als Schüler gefühlt, und hat auch als Schüler agiert. Es war eine Prüfungssituation für ihn."




  Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 08/01 16.2.2001

SCHLAGFERTIGER REDNER

"Also pass auf", sagte einmal Gregor Gysi zum Grünen Joschka Fischer, "ich bin für die Bonmots zuständig, du für die langen Erklärungen. Okay?" Für seine geistreichen Bemerkungen und amüsanten Reden bekam Gysi am 6. Februar in Berlin als erster PDS-Politiker das "Goldene Mikrofon" - ein Jahr nach Außenminister Fischer. (...)

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, SPD-Mann und Vorstandsmitglied des Förderkreises Politische Rhetorik, verriet mit seiner Rede nicht, dass er selbst Halter des "Goldenen Mikrofons" ist - so nüchtern sprach er über Gysi. Er wolle sich sinnvollerweise dem Auftrag des Leiters der Berliner Rednerschule, Peter H. Ditko, entziehen, etwas über Gysis Politik zu sagen, leitete Thierse seine verhaltene Ansprache ein. Kurz und knapp erklärte er, Gysi habe mit Schlagfertigkeit den Bundestag bereichert und zu einer Belebung der Debatten beigetragen. (...)

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25.2.2001

MINISTERIN KÜNAST - DER NEUE STAR DER BUNDESREGIERUNG
Was ist dran an dieser Frau?

(...) Renate Künast tut das, was viele Politiker verlernt haben: Sie hört zu und gibt ohne Umschweife klare Antworten. In ihrer Antrittsrede als Ministerin fasste sie ihr Programm zum Schutz vor BSE in nur einem Satz zusammen: "In unsere Kühe kommt nur Wasser, Getreide und Gras."

Rhetorik-Experte Heinz-Peter Ditko, Chef der Deutschen Rednerschulen: "Sie formuliert präzise, verzichtet auf typische Politiker-Floskeln wie ‚könnte', ‚sollte', ‚stelle ich zur Diskussion'. Das kommt bei Zuhörern gut an." (...)




7.2.2001

GOLD FÜR DEN REDNER GREGOR GYSI

Die Klage über den Verfall der Redekunst ist alt. Eingesetzt hat sie mit dem Ende der antiken griechischen Stadtstaaten, verschärft hat sie der Niedergang der römischen Republik. Ihren Höhepunkt aber erreichte sie mit der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Große Redner sind in der Politik heute so rar wie gute Mittelstürmer im Fußball. Trost bietet nur die Vergangenheit: mit Ludwig Uhland, Otto von Bismarck oder Herbert Wehner.

Besserung hat sich da der "Förderkreis Politische Rhetorik" vorgenommen, den der Rhetoriklehrer Peter Ditko 1978 mit dem Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Egert ins Leben rief. Sein Ziel: das Interesse an der Rhetorik wieder zu wecken. Beispielsweise durch einen Redewettstreit "MdB gegen den politischen Nachwuchs", dessen jüngste Auflage die Grüne Antje Hermenau mit einer Rede über "Die Bedeutung des Schweinebratens für die Politik in Deutschland" gewann. Dafür wurde ihr das "Silberne Mikrofon" verliehen, was schon aller Ehren wert ist, zumal ihr Vorgänger im ersten Redewettstreit 1996 kein Geringerer war als Friedrich Merz.

Die rhetorischen Giganten aber erwartet das "Goldene Mikrofon". Unter dessen Preisträgern finden sich die üblichen Verdächtigen (Brandt, Weizsäcker, Fischer), die einschlägigen Gewohnheitsredner (Rau, Thierse) und auch solche, die ihr rhetorisches Talent bislang erfolgreich vor der Öffentlichkeit verbargen (Stoltenberg). Wer die Liste der Geehrten sieht, teilt Ditkos Sorge, daß "die Kandidaten immer weniger werden". (...)




Zürich, 20.12.2000

REDEN KANN GOLD SEIN

Die Eventkultur stellt an Festredner neue Ansprüche. Eine Ermunterung, Ansprachen nicht bloß als Ritual, sondern als Chance zu begreifen. (...) Rhetorische Krawatten sind meistens grau. Dabei sollten sie möglichst bunt sein.

Denn in der Erlebnisgesellschaft will man auch bei einer Rede was erleben, betont der Leiter der Deutschen Rednerschulen, Heinz Peter Ditko. Der Zuhörer wolle "psychophysische Events"; er müsse die jeweiligen Botschaften riechen und schmecken können. Statt "Wir begehen jetzt allerorten das Fest der Heiligen Weihnacht" formuliert der Erlebnisredner: "Zimtduft steigt in Ihre Nase, Sie schmecken die Lebkuchen auf Ihrer Zunge ..." Sinnliche Sprache bewegt Zuhörer eher - und damit lassen sie sich auch eher bewegen.




7.10.2000

REDEKUNST IN DEUTSCHLAND

Um unser Redevermögen steht es schlecht: mit durchschnittlich 4.000 Wörtern nutzen wir gerade mal ein Prozent unseres Wortschatzes. Wie konnte es soweit kommen? Bis zu Hölderlins Zeiten, Anfang des 19. Jahrhunderts, hatte das Volk der Dichter und Denker eine große philosophisch ausgerichtete Rhetorik-Tradition.

Mit der Gründung der historischen Geisteswissenschaft und dem Durchbruch des deutschen Nationalbewußtseins begann die Einbuße dieser Fähigkeiten. Obrigkeitsstaat, Untertanengeist und Militarismus ließen liberale Geister verstummen.

Nach dem propagandistischen Missbrauch der Rhetorik in der Nazi-Zeit erholte sich das Ansehen der Redekunst nur langsam. Inzwischen sind es andere Schwierigkeiten als die historische Last, die dem Redner den Mund verschließen. Peter Ditko, Leiter der Bonner Rednerschule, sieht das Problem im Mangel an Übung und frühzeitiger Bewahrung rhetorischer Fähigkeiten. (...)




4.3.2000

HOHLSPIEGEL

Peter H. Ditko (Bonner Rednerschule) in "Bilderbuch Deutschland": "... damit das Volk auch sieht: Dieser Mensch, diese Frau kann exakt sprechen, also auch exakt denken."




vom 3.1.2000
30.12.1999

REDNERPREIS FÜR JOSCHKA FISCHER

SPD, CDU, Grüne und FPD sind sich einig: Der Bundesaußenminister ist der Redner des Jahres 1999. Das teilte der Förderkreis Politische Rhetorik am Donnerstag in Berlin mit. Dem Vorstand des Gremiums gehören eigenen Angaben zufolge die Politiker Rudolf Dreßler, Heiner Geißler, Rezzo Schlauch und Jürgen Möllemann an.

Die Abgeordneten des Bundestages hätten für die Auszeichnung (...) neben Bundeskanzler Gerhard Schröder auch Friedrich Merz von der CDU, Guido Westerwelle (FDP) und Gregor Gysi (PDS) vorgeschlagen, teilte Vorstandsmitglied Peter Ditko weiter mit. (...)




14.9.1999

REDNERSCHULE FÜR ABGEORDNETE
Auf einem Boot wird das Politiker-Schwätzen verlernt - oder beigebracht

Zehn Minuten bis zum Reichstag. Weiter sollte es nicht sein. "Damit es die Abgeordneten pünktlich vom Unterricht zur nächsten Sitzung schaffen", erklärt Peter H. Ditko, Chef der "Berliner Rednerschule" für Bundestagsabgeordnete. Mehr als 20 Jahre unterrichtete der Rhetorik-Lehrer Parlamentarier in Bonn. Jetzt zieht seine Schule mit ins neue Zentrum der Politik: auf ein Schiff an der Spree. (...)

Als Ditko 1978 die Gründung der Rednerschule plante, prophezeiten ihm viele einen Flop. "Wer als Abgeordneter nach Bonn kommt, hat das Reden gelernt", habe er zu hören bekommen. Da es aber bis dahin keine solche Ausbildungsstätte für Politiker gab, versuchte es der studierte Volkswirt trotzdem.

Offensichtlich mit Erfolg: "Bis zu 15 Prozent der Bundestagsabgeordneten lassen sich pro Legislaturperiode von einem meiner zehn Mitarbeiter oder mir schulen", berichtet Ditko. Die meisten der Politprofis kämen nach einer katastrophalen Rede im Plenum. Erst dann überwänden sie ihre Hemmschwelle. Manche würden sogar vom Fraktionsvorstand geschickt. (...)




11.10.1999

DEMOSTHENES IN SPREE-ATHEN
Peter Ditko ist mit seiner Rednerschule der Regierung hinterhergezogen: Sein Schul-Schiff ankert vor dem Bundestag

Friedlich schaukelt das Schubschiff Agora im rosa Abendlicht auf der Spree. Aber die Idylle trügt: Auf dem gemütlichen Kahn sollen Politiker Kampftechniken üben, aus schwatzhaften Honoratioren sollen knallharte Rhetorikkünstler werden. (...)

Ditko hat für die Agora ein ehemaliges DDR-Schiff umgebaut. Ende Mai wurde es von Familienministerin Christine Bergmann (SPD) getauft. Die Agora war der Versammlungsplatz in Athen. Chefrhetor Ditko pflegt die nostalgische Nähe zur Wiege der Redekunst: Den großen SPD-Politiker Carlo Schmid, der auch ein herausragender Redner war, nennt er den "Demosthenes der sieben Berge".

(...) Ditkos Rednerschule hatte 1978 in Bonn als Ein-Mann-Betrieb begonnen. Und dass sie erfolgreich sein würde, war damals kaum vorhersehbar: Damals war die Politik der Ära der volksnahen Massenveranstaltungen schon entwachsen, aber noch nicht im Medienzeitalter angekommen. Inzwischen sind rund 15 000 Schüler durch Ditkos Kurse gegangen.

Einige freilich sehen den Sinn im Redenlernen offenbar immer noch nicht. "Wir machen das learning by doing", sagt Schmidt, und seine CDU-Kollegen nicken ihm zu. Ditko runzelt die Stirn: Viele, entgegnet er, seien clever und kämen vor einem Fehltritt zu ihm, die anderen erst danach. (...)

Heute ist das genaue Ausfeilen einer Rede Politikern und Wirtschaftsbossen das Geld wert. Als Ditko die Rednerschule gründete, war das noch anders. Mittlerweile hat er ein Rhetorik-Imperium aufgebaut: Seine Schulen gibt es in Bonn, München - und ein zweites Schiff für Seminare liegt in der Ägäis. (...) Käptn Ditko von der Agora empfiehlt: Kurze Sätze, keine Phrasen, passende Körpersprache - und Atmen nicht vergessen.




1.9.1999

DAS MODELL TIETMEYER
Der Bundesbankpräsident sagt zum Abschied leise Servus

(...) Bourdieu hatte vor dem "Modell Tietmeyer" gewarnt, diesem kalten neoliberalen Theoretiker, der sich die Maske des "veritablen Imperialisten" aufgesetzt habe. Hätte er ihn einmal persönlich erlebt, hätte er ihn beim Festakt in Frankfurt erlebt, wäre er nicht zu dem Verdacht gekommen, Tietmeyers Rhetorik sei "raffiniert". Nein, sie war nur ehrlich, und deswegen überzeugend, nicht abgelesen, sondern vorgetragen.

"Integrativen Fernsehredner" hat dieser Tage Peter Ditko, der Inhaber der Bonner Rednerschule, den Kanzler genannt. Was so viel heißt wie: entrückt vom Publikum, immer hell und gut ausgeleuchtet, doch damit fahl und unpersönlich.

Schröder, meint Ditko, müsse rhetorisch noch viel lernen. Zum Beispiel, was Hans Tietmeyer von Nietzsche gelernt hat: "Das Verständliche an der Sprache ist nicht das Wort selbst, sondern Ton, Stärke, Modulation, Tempo, kurz die Musik hinter den Worten, die Leidenschaft hinter dieser Musik, die Person hinter dieser Leidenschaft."




31.8.1999

REDNERSCHULE GIBT POLITIKERN NACHHILFE
Schwätzer sind aussichtslose Fälle

(...) Schwere Zeiten für schlechte Redner und Neulinge sieht Peter Ditko heraufziehen. Er weiß, wovon er spricht. Ditko ist die Nachhilfe für Bundestagsabgeordnete, und er ist Gründer und Inhaber der Bonner Rednerschule.

(...) Wer gerade Nachhilfe nimmt, um im Plenum zu glänzen, verrät Ditko nicht. Nur so viel: "Die Oppositionsparteien sind immer stärker vertreten. Die können nur durch das Wort überzeugen." Nicht Kampferprobte schicke der Fraktionsvorstand. Sonst drohe Redeverbot. Manche merkten selber, dass es so nicht weiter gehe. "Aber erst dann, wenn sie richtig eingebrochen sind."

(...) Das Geschäft floriere, was bei der Gründung vor zwanzig Jahren alles andere als sicher war. Damals sahen die Bonner Politiker keinen Rhetorikbedarf. Ditko, Volkswirt und Verkaufspsychologe, sah das anders. Jetzt hat er sogar ein Seminarschiff in der Ägäis. (...)




14.8.1999

"POLITIKERN FÄLLT ES IMMER SCHWERER, DIE RICHTIGEN WORTE ZU FINDEN"
Von Bonn nach Berlin: Peter H. Ditko eröffnet eine Rednerschule für Bundestagsabgeordnete. Kunden hat er genug.

(...) Was hält der Meister der Rede von der "Berliner Schnauze"?
Es stimmt, die Berliner sind direkt, manchmal hart im Umgangston. Hier hätte sich eine Rednergestalt wie Franz Josef Strauß wohl kaum entwickeln können. Im nordischen Berlin ist der logisch-analytische Typus ausgeprägter, Eberhard Diepgen ist dafür nur ein Beispiel.

(...) Möchten Sie unseren Lesern noch etwas sagen?
Da komme ich mit Martin Luther, der immer klar und deutlich war: "Macht das Maul auf."




26.5.1999

JUNGFERNFAHRT DER SCHWIMMENDEN RHETORIKSCHULE FÜR ABGEORDNETE

Nach der Schiffstaufe: Familienministerin Christine Bergmann (SPD) und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) bei der Jungfernfahrt der "Agora" (...). Das Seminarschiff der Bonner Rednerschule wird an der Marschallbrücke gegenüber dem Reichstagsgebäude vor Anker gehen. (...)




14.9.1998

IM HOHEN HAUS REGIERT DER DURCHSCHNITT

(...) Während diese Werte Qualität aus Sicht der Bürger messen, sagen die Daten über Reden und Gesetzes-Werkelei zunächst nur etwas über die Aktivität der Abgeordneten in Bonn aus und weniger über deren Fähigkeiten.

Wer in Ausschüssen so bienenfleißig war wie Ulla Jelpke (PDS), muß nicht zwangsläufig prima gearbeitet haben. Und wer viel redet, ist nicht unbedingt ein guter Redner. "Wenn er vom Blatt liest, wird es furchtbar", urteilt Rhetorik-Experte Peter Ditko etwa über den 16-Stunden-Sprecher Helmut Kohl. Und über Rudolf Scharping (19 Stunden): "Immer noch zu steif."




15.8.1998

SIGNALE FÜR DIE WÄHLER
Körpersprache statt Argumente: Warum Politiker ihre Medienauftritte bis ins Detail inszenieren

(...) Nach verpatzten Interviews schicken die parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen ihre Abgeordneten zum Medientraining. Bei Amtsträgern übernimmt die Staatskasse die teuren Schulungen, etwa für die jährlich rund 60 Staatssekretären, Minister und Oberbürgermeister, die der Bonner Medientrainer Peter H. Ditko für 450 Mark pro Stunde trainiert.

Um optimale Wirkung im Fernsehstudio zu erreichen, richten Werbefachleute und Parteimanager ihre Kampagnen auf das Image des Spitzenkandidaten aus. Beispiel Gerhardt Schröder: Er gibt sich locker und entspannt, wirkt durch sonore Stimme und geschulte Gestik. Die Wähler beurteilen Politiker zu 53 Prozent nach Gestik und Mimik zu 35 Prozent nach ihrer Stimme und nur zu zehn Prozent nach ihren Aussagen", ergänzt Peter H. Ditko. (...)

"Letztlich wirken Politiker dann glaubwürdig, wenn das was Sie sagen und das was sie tun, übereinstimmt", lehrt Ditko. So erlebte der Medientrainer wie sich Ministerin Claudia Nolte für ein Foto steif neben die Deutschland-Fahne stellte. Der Fotograf wollte, daß sie locker auf dem Schreibtisch sitzt. "Was soll denn da der Kanzler denken", entgegnete Nolte.

"Sie sind doch eine junge Frau, setzen Sie sich doch auf den Schreibtisch", riet TV-Trainer Ditko. Die Ministerin spurte. Inzwischen arbeitet Sie an einem Imagewandel und verbreitet in Interviews, daß ihr die Musik der Hardrockband AC/DC besonders gut gefalle.




23.7.1998

DER TREUE SCHATTEN DES GUTEN REDNERS

(...) Damit die Rede nicht zum Handikap für die Karriere wird, beschäftigen die Volksvertreter rund 150 Redenschreiber. Und weil die oft überlastet sind, beauftragen Bundes- und Landespolitiker zusätzlich die Mitarbeiter der Bonner Rednerschule. Im Wahlkampf sind Schulleiter Peter H. Ditko (53) und seine Kollegen besonders gefragt. 

Neuerdings können sich Abgeordnete auch an den "Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VdRS)" wenden, der am 18. Juli gegründet und gestern in Bonn vorgestellt wurde. (...)

Während sich der VdRS erst noch beweisen muß, hat die Bonner Rednerschule unter Peter H. Ditko schon seit 1978 Erfahrungen gesammelt. Jährlich werden etwa 60 Abgeordnete durch Ditkos Kurse geschleust, "vom Hinterbänkler bis zum Minister". Namen nennt der studierte Volkswirt nicht: "Welcher Politiker würde schon zugeben, auf dem Sektor der Rede Nachhilfe erhalten zu haben?" (...)




28.2.1998

SAUMAGEN UND MEERSCHWEINCHENEFFEKT
Ein Rhetorikseminar in Bayern

(...) Wer gut reden kann, der hat Macht, und die Botschaft einer Rede ist stets nur so gut wie ihre Verpackung. Peter Ditko hat da ein Beispiel zur Hand: "Rudolf Scharping dehnt die Vokale viel zu lang, er beherrscht einfach die mit dem Ton korrespondierende Körpersprache nicht - ein intellektueller Beamter ohne Eignung zum Volkstribun." Anders sein Genosse Lafontaine, der sei die "personifizierte Authenzität". Und deswegen hat er auch das "Goldene Mikrofon", den von der Schule ausgelobten Preis bekommen.




29.1.1997

"SCHARF, SCHNEIDEND, ABER IMMER FAIR"
Rhetorik-Experten würdigen Oskar Lafontaine

(...) Im Haus der Parlamentarischen Gesellschaft lobte Peter H. Ditko, Gründer des Förderkreises, gestern den "Erlebnisrhetoriker" von der Saar als zwölften Preisträger nach Kurt Biedenkopf, Otto Graf Lambsdorff, Rainer Barzel, Johannes Rau, Gerhard Stoltenberg, Richard von Weizsäcker, Egon Bahr, Ingrid Matthäus-Meier, Willy Brandt, Wolfgang Schäuble und Wolfgang Thierse: "Sie sind ein Redner, der lebt. Ihre Stimme ist versöhnlich, jovial, zeitweise gar väterlich und einige Augenblicke später scharf und schneidend." (...)

Ditko bemühte den Namensvetter des Preisträgers, den französischen Fabeldichter Jean de La Fontaine, der die Legende um Buddha und die chinesische Astrologie beschrieben hat: Buddha rief alle Tiere zu sich, doch nur zwölf kamen gleich - "zuerst die Ratte, zuletzt das Schwein". Analogien ließ der Laudator aber nicht zu: Mit Oskar Lafontaine beginne ein neuer astrologischer Rhythmus; er sei, dem chinesischen Horoskop folgend, nur eine Ziege. Diese Tiere, so habe er in der erklärenden Literatur gefunden, "finden immer saftige Weiden. Sie haben oft Glück vor allem in der Jugend und nach dem 40. Lebensjahr. Dazwischen verbreiten sie Unruhe".

Diese Zuordnung mochte der Geehrte, der die freie Rede als "eine Art Lügendetektor" versteht, nicht unkommentiert stehenlassen. "Das ist zwar ein anderer", sagte er, an die Zeit des bespöttelten, damals noch bärtigen Scharping erinnernd. Einen "Rollentausch" könne er aber wohl akzeptieren ...




29.3.1996

DIE ROTE RENATE MIT DEM BLUES IN DER STIMME
SPD-Fraktionschefin Schmidt von Abgeordneten zur Sympathieträgerin gewählt

(...) Damit das alles etwas besser wird, hat der Bonner 'Förderkreis Politische Rhetorik' erstmals im bayerischen Landtag den in seinem Gesamterscheinungsbild besten Abgeordneten wählen lassen. (...) Die beste Sympathieträgerin ist Renate Schmidt, meinen 55 Prozent. Ihr folgt ein gewisser Edmund Stoiber mit hoffnungsvollen 23 Prozent, die nahelegen, daß mit dem Wolfratshauser CSU-Politiker in Zukunft gerechnet werden muß.

(...) Renate Schmidt sagte im Münchner Presseclub, daß sie sich freue und eine Rede für sie 'ein Gesamtkunstwerk' sei. Der Förderkreis-Vorsitzende Peter Ditko gratulierte und erklärte, daß der Sieg der Renate Schmidt auch deshalb in Ordnung gehe, weil sie nicht unter dem Manko vieler redender Frauen leide, nämlich den zu kurzen Stimmbändern. Das kann man ihr wirklich nicht vorwerfen. Sie hat keine zu hohe Stimme, sie hat den Blues. (...)




27.1.1995

Bonner Bühne
KNIGGE AM RHEIN

Wie gut, daß es zu Bonn den Herrn Peter H. Ditko gibt. Er ist Vorsitzender des Förderkreises Politische Rhetorik und nimmt sich der Bundestagsnovizen an. (...)

Er sieht sich als eine Art Maskenbildner der Bonner Bühne und glättet jede Falte des Zweifels und der Unsicherheit. Deshalb hat er soeben die Parlamentsfrischlinge zum Kurs geladen. Wissen sollten Neuparlamentarier zum Beispiel, wie man reinkommt ins Fernsehen und dort gut rüber.

(...) Arme Volksvertreter! Man läßt sie nicht reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, und man läßt sie nicht aussehen, wie es ihnen gefällt. Hier der Bonner Kleidungs-Knigge (in Auswahl): "Bitte keine karierten Hemden. Das flimmert auf dem Bildschirm wie ein Moiré." - "Dunkelblau kommt ganz schlecht, wenn der Studiohintergrund blau ist." - "Dunkle Krawatte und Hahnentritt-Sakko, da sind Sie falsch bei uns." (...)

 

 

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